Die Ersatztheologie

Ein Buch zum Thema:

Derek C. White, „Die Ersatztheologie Ursprung, Geschichte und Theologie“:

In verschiedenen Ausprägungen ist die sogenannte ‚Ersatztheologie‘ immer noch tief verwurzelt in der Kirche. Das hat verhängnisvolle Konsequenzen für die Beziehung der Kirche zu Israel. Nur wenige sind mit den Ursachen und der Entwicklung dieser Lehre vertraut. Diese Studie will allen verantwortungsbewussten Christen zu einem tieferen Verständnis helfen und – wo nötig – den gegenwärtig vorhandenen Einstellungen und Verhaltensweisen Israel gegenüber entgegenwirken. – ISBN: 978-3-9811311-3-0
Verlag: Azar GbR Trostberg – Art.-Nr.: 889.073.000 , Taschenbuch , 72 S. , Maße: 12,9(B) x 20,5(H) x 0,5(T) cm , 1. Auflage , Juni 2010
3,95 EUR
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Im zweiten Jahrhundert entstand in der Kirche ein Problem mit ihrer Identität, als sie sich entschloss, sich von Israel zu trennen. Man könnte diesen Vorgang in der Frage zusammenfassen: Worin besteht die biblische Grundlage für die Existenz der Kirche? Eine so radikale Abweichung von der Lehre der Bibel brachte ernste Fragen über das eigentliche Wesen der Kirche hervor. Die Kirchenväter reagierten auf diese Identi­tätskrise, indem sie eine „Ersatztheologie“ entwickelten: Die Kirche als das wahre Israel ersetzen die Juden als das „Pseudo-Israel“ im Heilsplan Gottes. Um solch eine Lehre, die der Bibel fremd ist, zu stützen, entwickelten sie eine gegen die Juden gerichtete Einstellung, was zu systematischen judenfeindlichen Streitigkeiten führte.

Das Konzil von Nicäa legte fest, dass das Passahfest nicht mit der neuen Festlegung von „Ostern“ zusammenfallen dürfe und so niemals durch das Datum des jüdischen Kalenders bestimmt werden darf.  Das Konzil von Laodizea verbot den Christen den jüdischen Sabbat als Ruhetag zu wählen. 321 n. Chr. hatte Kaiser Konstantin festgelegt, dass die Christen den Sonntag zu ehren hätten und ihn so ihn zum gesetzlichen Feiertag erklärte. Zahllose andere Gesetze, die das Verhältnis von Juden und Christen betrafen wurden durch lokale und ökumenische Konzile in Kraft gesetzt. Alle hatten das Ziel, die Trennung vom Judentum und Christentum herbeizuführen.. So z.B.:

  • Christen dürfen keine Synagoge betreten
  • Juden dürfen sich nicht mit Nonnen unterhalten.
  • Gettos sind für Juden zwingend vorgeschrieben.
  • Juden dürfen keinen akademischen Grad erwerben

So begann eine 1600 Jahre andauernde Geschichte der Ablehnung des jüdischen Vol­kes und ihrer Stellung im Heilsplan Gottes für die Welt und für die Kirche.

Die eigentliche Ursache dieser – geistlich gesprochen – langen „Nachtperiode des fins­teren Mittelalters“ lag in der Tatsache begründet, dass der größte Teil der Nicht-Theologen (Laien) nicht lesen konnte.

Die ist ein Sachverhalt, der in einer gesetzestreuen jüdischen Gemeinschaft undenkbar wäre, dass diese immer großen Nachdruck auf die Gelehrsamkeit legte und wenigs­tens die Fähigkeit zum lesen der Thora (des Gesetzes der Mose-Bücher, Altes Testa­ment bzw. Bibel des alten Bundes)

Indem die Kirche ihre jüdischen Wurzeln preisgab, löste sie sich auch von der Quelle geistlichen Lebens und inspirierter Erkenntnis

Es ist diese verkehrte Theologie einer konkreten, aktiven Feindschaft gegen die Juden und das Judentum die in den ersten Jahrhunderten in die Kirche eingepflanzt und von  den Kirchenvätern weitergeführt wurde. Sie führte zwangsläufig zu der entsetzlichen Geschichte des Antisemitismus, als ein vorwiegend „christliches“ Phänomen: Die Geschichte der Blutbeschuldigung, der Kreuzzüge, der Inquisition, der Po-grome usw.

Beachtenswert ist die Tatsache, dass die Puritaner, die herausragenden christlichen Lehrer des 17. Jahrhunderts die theologische Auffassung wie sie in der Ersatztheolo­gie zum Ausdruck kommt nicht vertreten haben. Sie sahen mit ganzer Klarheit die zu­künftige Wiederherstellung des jüdischen Volkes, wie es im Römerbrief übermittelt wird.

Auch andere herausragende, christliche und politische Führer des 17., 18. und frühen 19. Jahrhunderts sahen die Wiederherstellung des jüdischen Volkes in ihrem Land als eine Vorbereitung auf die Wiederkunft unseres Herrn.

Wir wollen nochmals hören, was Gott durch die Lehre des Paulus sagt: Römer 11,13. 18-22

13 „Den Nichtjuden unter euch aber sage ich: Es stimmt, dass mein Auftrag als Apostel den nichtjüdischen Völkern gilt, und ich danke Gott dafür, dass es so ist“.

18-22 „Darum überhebt euch nicht über die Zweige, die ausgebrochen wurden. Ihr habt keinen Grund, euch etwas einzubilden! Nicht ihr tragt die Wurzel, sondern die Wurzel trägt euch. (Joh 4,22) Ihr werdet vielleicht sagen: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, um uns Platz zu machen!«  Gewiss, aber sie wurden ausgebrochen, weil sie nicht glaubten. Und ihr gehört nur dazu, weil ihr glaubt – und wenn ihr im Glauben beharrt. Seid also nicht überheblich, sondern bedenkt, mit wem ihr es zu tun habt! (1Kor 10,12). Wenn Gott schon die Juden nicht verschont hat, obwohl sie die natürlichen Zweige sind, dann wird er euch bestimmt nicht verschonen. Ihr seht hier die Güte und zugleich die Strenge Gottes. Streng ist er zu denen, die sich von ihm abwenden. Gütig ist er zu euch – wenn ihr euch nur bewusst bleibt, dass ihr allein von seiner Güte lebt; sonst werdet ihr auch ausgehauen“.

In unserer Zeit und besonders in den letzten 50 Jahren hat sich alle Aufmerksamkeit auf die Landfrage konzentriert. Die schärfste „Waffe“ dagegen, die nicht nur von arabischer und anderer Propaganda herrührt, sondern auch christlicher Lehre entspringt, ist die Leugnung, dass das jüdische Volk als Nation ein unveräußerliches Recht auf das Land hat.

Die Ersatztheologie zerstört die innere Harmonie zwischen dem Alten und Neuen Testament. Im Neuen Testament – oder besser „Erneuerten Bund“ – werden nicht alle Verheißungen des Alten Bundes wiederholt, weil ihre Verfasser und die großen handelnden Personen die Echtheit und Genauigkeit der Berichte des Mose und der Propheten in keiner Weise in Frage stellten.  Ebenso Jesus selber hat alle Aussagen der alttestamentlichen prophetischen Schriften als gültig, wörtlich und wahr vorausge­setzt. Dagegen die Verfechter der Ersatztheologie: Sie können die wortgetreue Auslegung der Wahrheit des Alten Testaments im Bezug auf Israel nicht akzeptieren. Gott fordert uns auf dem jüdischen Volk gegenüber barmherzig zu sein in Anbetracht der Tatsache der Barmherzigkeit die wir als Gemeinde von Gott erfahren haben.

Epheser 2,11-14 – Denkt daran, was ihr früher gewesen seid! Ihr gehörtet ja zu den Völkern, die von den Juden die »Unbeschnittenen« genannt werden – dabei haben sie selbst doch nur die Beschneidung, die von Menschen vollzogen wird. (Röm 2,28; Röm 11,17; Gal 5,6)

Jedenfalls wart ihr damals von Christus getrennt. Ihr wart Fremde und gehörtet nicht zur Gemeinde Israels. Die Zusagen, die Gott bei seinen Bundschließungen gemacht hatte, galten für euch nicht. Ohne Hoffnung und ohne Gott lebtet ihr in der Welt. (Röm 9,4; 1Thess 4,13)

Damals wart ihr fern von Gott, jetzt aber seid ihr ihm nahe durch die Verbindung mit Jesus Christus, durch das Blut, das er vergossen hat. (Eph 1,7) Christus ist es, der uns allen den Frieden gebracht und Juden und Nichtjuden zu einem einzigen Volk verbunden hat. Er hat die Mauer eingerissen, die die beiden trennte und zu Feinden machte. Denn durch sein Sterben (Apg 10,36; 1Kor 12,13; Gal 3,28; Eph 2,16; Eph 4,1; Eph 4,3)

Wir haben in der Vergangenheit auffallend versagt und wenig für Israel getan. Die Kirche hat im Verlauf von 1900 Jahren dieses Volk verstoßen, verfolgt und alle ausschließlich an Israel gerichteten Verheißungen für sich selbst beansprucht.

In diesen letzen Tagen der Endzeit bietet Gott der Kirche & Gemeinde die vielleicht letzte Möglichkeit, Israel gegenüber Barmherzigkeit und Anteilnahme zu zeigen, Unter­stützung zu gewähren, bevor der Tag des Endgerichts über Kirche & Gemeinde, Israel und die Nationen kommt.

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