Die Glaubenswurzel ist das Judentum

Ein Buch zum Thema:

Chuck Cohen, „Heimkehr zu den Wurzeln“:

Die Autoren haben sich intensiv mit der Schrift beschäftigt. Ihr solides biblisches Wissen haben sie zusammen getragen in einem Buch über unbestreitbare Tatsachen unseres jüdischen Erbes. Dass dabei grundlegende Lehren des christlichen Glaubens erläutert werden, versteht sich von selbst. Dieses Buch ist der Weckruf für die Gemeinde, zu bedenken, was wir dem jüdischen Volk schulden. Es sollte seinen Platz in unseren Bibliotheken und Gemeinden haben. ISBN: 978-3-921113-20-2

Sr Joela, Ev. Marienschwestern  Darmstadt, Charisma 136, S. 33

Wohl dem der weiß „Wer Israel segnet der ist gesegnet“

Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir zu Füßen fallen. Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Söhne sollen dir zu Füßen fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet! (1. Mose 27,29)

Er hat sich hingestreckt, sich niedergelegt wie ein Löwe und wie ein junger Löwe – wer will ihn aufstören? Gesegnet sei, wer dich segnet, und verflucht, wer dich verflucht!  (4. Mose 24,9)

In Römer 11,18 steht: So rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.

Das heißt ein Baum lebt von seiner Verbindung zu den Wurzeln. Ist sie gestört. wird er den kommenden Stürmen nicht standhalten können. Es geht nicht nur um unser Interesse an Gottes Volk sondern um Gottes Interesse an seinem Volk. Es geht nicht um Israels Sonderrolle unter den Völkern, sondern um seine Sonderrolle vor Gott. Für die Gemeinde Jesu die sich auf seine Wiederkunft vorbereitet, gilt Israel im Lichte Gottes zu erkennen. In dieser Stunde der Heilsgeschichte ist die Bereitschaft gefragt, eine Schicksalsgemeinschaft mit Gottes Volk einzugehen.

Ein bezeichnendes Beispiel aus der Bibel

Die Moabiterin Ruth ist dafür ein Beispiel.

Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden. ( Ruth 1,16.17 )

Sie ließ sich nicht von Naemi trennen sondern folgte Ihr mit der Hingabe „Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott“ Wo du stirbst da sterbe ich auch. Diese Heidin hatte erfasst, dass der Gott Israels mit seinem Volk untrennbar zusammengehört. Während die Christenheit über Jahrtausende den Gott Israels für sich beansprucht haben und sein Volk weitgehend verachtet und verworfen hat (Ich gehe später noch näher darauf ein). Weil Ruth es wagte, mit Gott und Volk eine Schicksalsgemeinschaft einzugehen, wurde sie auf dem Weg tief und überreich gesegnet – ja sie wurde gewürdigt eine Stammmutter in der Geschlechtslinie des kommenden Messias zu werden..

Paulus spricht in Römer 11,25 über Gottes Heilsplan mit Israel und den Heidenvölkern als von einem Geheimnis.

Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist;

Trennung der messianischen Gemeinde  von und durch die christliche Kirche im Verlauf der Kirchengeschichte

Nicht ohne Grund hat der Widersacher Gottes großes Interesse an der Verblendung der Gemeinde Jesu im Hinblick auf Israel. Die Verblendung zieht sich durch fast 2000 Jahre der Geschichte hindurch und wird unter anderem in den Kunstwerken an mittelalterlichen Domen sichtbar. Dort sieht man oftmals zwei Frauengestalten in Stein gemeißelt: die „Synagoge“ mit verbunden Augen und die Kirche / Gemeinde Jesu Christi als sehende triumphierende „Ecclesia“. Die Wahrheit sieht anders aus. Die Ecclesia ist von Blindheit befallen, denn sie ist von Ihrem Sehvermögen überzeugt was nach Jesu Urteil in Johannes 9,41 bedeutet:

„  …weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.“

Wir brauchen einen Weckruf, wenn wir die letzte Phase der Heilsgeschichte nicht ver­passen wollen. Und wir in Deutschland haben einen solchen Ruf mehr als andere nötig.

Benjamin Berger, ein messianischer Gemeindeleiter sagt: „Wer wirklich Buße getan hat, fragt nicht und würde auch nicht fragen „Habe ich genug Buße getan“. Wir als Juden, die Jesus kennen und lieben wissen was es heißt die Heimsuchung Gottes zu versäumen. Der Preis, den wir gezahlt haben ist sehr, sehr hoch.

Heilung möchte Gott uns schenken in der Beziehung von Israelfreunden und Ortsgemeinden. In der Beziehung von Christen und Juden, zwischen Deutschen und Isra­elis.

Das Verhältnis der Gemeinde zu Israel ist fast 2000 Jahre von Zwiespalt und Zerrissen­heit geprägt. Jesus und die Frühkirche waren jüdisch. Das Christentum hat jüdische Wurzeln, es wurde in den „Ölbaum Israel“ eingepfropft (Römer 11,17 – 24)

17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, (Eph 2,11) so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich. (Joh 4,22) Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich! (1Kor 10,12)

Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen. Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden. (Joh 15,2; Hebr 3,14) Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen.

Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

Aber schon wenige Generationen nach der Zeit der Apostel, im 2. und 3. Jahrhundert entfernten sich die Kirchenväter und damit die Christenheit von ihrem Ursprung. Gleichzeitig wurde das jüdische Volk in alle Welt zerstreut. Im Jahr 70 n. Chr. wurde der Tempel zerstört.  Im Jahre 135 ganz Jerusalem erobert. Das Judentum war entwurzelt wie auch das Christentum. Not und Zerrissenheit vor allem, auch die Entfremdung  voneinander setzen damit ein.

Die äußeren Folgen für die jüdische Minderheit im christlichen Abendland waren verheerend, die geistlichen Konsequenzen für die christliche Kirche gravierend (Römer 11,18) Im Holocaust schließlich ging die Saat jahrhundertealter nicht zuletzt auch von den Kirchen geförderter Vorurteile gegen die Juden auf unvorstellbar schreckliche Weise auf (2. Mose 20,56 / Hiob 21,19).

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