Trennung der messianischen Gemeinde von und durch die christliche Kirche

Nicht ohne Grund hat der Widersacher Gottes großes Interesse an der Verblendung der Gemeinde Jesu im Hinblick auf Israel. Die Verblendung zieht sich durch fast 2000 Jahre der Geschichte hindurch und wird unter anderem in den Kunstwerken an mittelalterlichen Domen sichtbar. Dort sieht man oftmals zwei Frauengestalten in Stein gemeißelt: die „Synagoge“ mit verbunden Augen und die Kirche / Gemeinde Jesu Christi als sehende triumphierende „Ecclesia“. Die Wahrheit sieht anders aus. Die Ecclesia ist von Blindheit befallen, denn sie ist von Ihrem Sehvermögen überzeugt was nach Jesu Urteil in Johannes 9,41 bedeutet:

„  …weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.“

Wir brauchen einen Weckruf, wenn wir die letzte Phase der Heilsgeschichte nicht ver­passen wollen. Und wir in Deutschland haben einen solchen Ruf mehr als andere nötig.

Benjamin Berger, ein messianischer Gemeindeleiter sagt: „Wer wirklich Buße getan hat, fragt nicht und würde auch nicht fragen „Habe ich genug Buße getan“. Wir als Juden, die Jesus kennen und lieben wissen was es heißt die Heimsuchung Gottes zu versäumen. Der Preis, den wir gezahlt haben ist sehr, sehr hoch.

Heilung möchte Gott uns schenken in der Beziehung von Israelfreunden und Ortsgemeinden. In der Beziehung von Christen und Juden, zwischen Deutschen und Isra­elis.

Das Verhältnis der Gemeinde zu Israel ist fast 200 Jahre von Zwiespalt und Zerrissen­heit geprägt. Jesus und die Frühkirche waren jüdisch. Das Christentum hat jüdische Wurzeln, es wurde in den „Ölbaum Israel“ eingepfropft (Römer 11,17 – 24)

17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, (Eph 2,11) so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich. (Joh 4,22) Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich! (1Kor 10,12)

Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen. Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden. (Joh 15,2; Hebr 3,14) Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen.

Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

Aber schon wenige Generationen nach der Zeit der Apostel, im 2. und 3. Jahrhundert entfernten sich die Kirchenväter und damit die Christenheit von ihrem Ursprung. Gleichzeitig wurde das jüdische Volk in alle Welt zerstreut. Im Jahr 70 n. Chr. wurde der Tempel zerstört.  Im Jahre 135 ganz Jerusalem erobert. Das Judentum war entwurzelt wie auch das Christentum. Not und Zerrissenheit vor allem, auch die Entfremdung  voneinander setzen damit ein.

Die äußeren Folgen für die jüdische Minderheit im christlichen Abendland waren verheerend, die geistlichen Konsequenzen für die christliche Kirche gravierend (Römer 11,18) Im Holocaust schließlich ging die Saat jahrhundertealter nicht zuletzt auch von den Kirchen geförderter Vorurteile gegen die Juden auf unvorstellbar schreckliche Weise auf (2. Mose 20,56 / Hiob 21,19).

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: